Slawek Puwalski

Monika Latzel – Slawek Puwalski

Name: Slawek Puwalski
Jahrgang: 1983
Ehrenamtliche Tätigkeit: Seniorenbetreuung
Beruf: Versicherungsmakler

 

Ehrenamt und Beruf – lässt sich das vereinbaren?

Slawek Puwalski ist selbstständiger Versicherungsmakler und hat einen 1½ -jährigen Sohn. Durch sein Berufsleben bleibt ihm nicht viel Zeit für seine Hobbies, wie Sport und Reisen oder Ähnliches. Trotzdem entschied er sich vor einigen Monaten, ein wenig Zeit zu erübrigen, um einmal etwas ehrenamtlich und ohne Entlohnung zu tun.

So suchte er im Internet nach „Ehrenamt“ und wurde schnell fündig. Er fand die Solinger Freiwilligen Agentur, rief dort an, bekam kurz darauf Besuch eines Beraters und entschloss sich nach dem Gespräch für ein Ehrenamt im Seniorenheim.

Jetzt besucht er ca. 3- bis 4-mal monatlich Monika Latzel im Josef-Haus an der Krahenhöhe. Er versteht sich gut mit der regen Seniorin, und er schätzt ihre Lebenserfahrung.

Gesucht und gefunden – trotz aller Unterschiede

Monika Latzel, 76 Jahre jung, ist seit Dezember 2015 im Josef-Haus. Sie fühlt sich hier sehr wohl und gut aufgehoben. Sie steckt voller Elan und hat sich vorgenommen, den einen oder anderen Bewohner mit ihrem Tatendrang anzustecken, um gemeinsame Aktionen durchzuführen.

In Solingen ist Frau Latzel geboren und aufgewachsen. Sie hat nur noch eine Schwester in München. Sie selbst war nicht verheiratet und hat auch keine Kinder.

Sie ist sehr aktiv und rege und kann und möchte gerne noch viel mit anderen Menschen erleben, unternehmen, kommunizieren, lachen.

Ihr fehlt jedoch manchmal der direkte familiäre bzw. persönliche Zuspruch. Umso erfreuter ist sie heute; besucht sie doch seit einigen Monaten ehrenamtlich ein junger Mann, nämlich Slawek Puwalski. Sie machen meist kleinere Spaziergänge und führen Gespräche über alles Mögliche, z.B. das Weltgeschehen, aktuelle Ereignisse usw. Frau Latzel genießt diese Gespräche sehr.

Nun hat sie begonnen, von ihm die polnische Sprache zu erlernen, um sich weiter geistig so fit wie möglich zu halten, aber auch weil es ihr Spaß macht.

Geben und Nehmen

Wer Frau Latzel beobachtet, wer das Leuchten in ihren Augen sieht und ihre wachsende Lebhaftigkeit bemerkt, wenn sie von „ihrem Ehrenamtler“ spricht, der erkennt, welch große Freude ihr die Besuche des jungen Mannes machen, und der vermag sich vorzustellen, wie sich das auch auf den Ehrenamtler auswirkt. Er bekommt so viel zurück für seine Bereitschaft, der alten Dame Gesellschaft zu leisten, immer wieder mal Zeit nur für sie zu haben.

Das ist der Sinn des Ehrenamtes: Zwei Menschen, die in der Begegnung miteinander einen beglückenden, befriedigenden Moment finden, wenn auch auf verschiedene Art und Weise und aus unterschiedlichen Motiven.

Ein Kompliment noch für den jungen Polen. Frau Latzels Bemerkung „Viele meiner Mitbewohnerinnen sind nachgerade neidisch auf „meinen jungen Mann“. Aber ich gebe ihn nicht her! Sollen sie sich doch einen eigenen suchen“!