Helga Reinert

Helga Reinert

Name: Helga Reinert
Jahrgang: 1945
Ehrenamtliche Tätigkeit: Seniorenbetreuung
Hauptberuf: im Ruhestand

 

Der Beginn

Als im Jahre 2010 ihre Mutter in das Seniorenheim Josef Haus an der Schützenstraße zog, war für Helga Reinert klar, dass sie so viel Zeit wie nur möglich mit ihrer Mutter dort verbringen wollte, und so war sie jeden Tag für einige Stunden im Josef Haus. Gespräche, Spiele, Spaziergänge, Mahlzeitenbegleitung… Sie war ihrer Mutter Begleitung, Hilfe und liebende Tochter. Bei den Mahlzeiten sorgte sie durch ihre Anwesenheit dafür, dass ihre Mutter in Ruhe und in Gesellschaft das Essen zu sich nehmen konnte.

2011 wurde im Josef Haus eine Hausgemeinschaft für demente Senioren im Untergeschoss gegründet; dieser gehörte auch ihre Mutter an. Dadurch ergab es sich automatisch, dass Frau Reinert die übrigen Bewohner der Hausgemeinschaft näher kennenlernte und zu den einzelnen Personen einen persönlichen Kontakt herstellte. Mit der Zeit bezog sie einzelne und/oder mehrere Bewohner in ihre Aktivitäten mit ihrer Mutter ein. Es wurde gemeinsam gespielt, gesungen etc. Gemeinsame Spaziergänge wurden unternommen.

Sie absolvierte hausintern eine Ehrenamtsschulung und wurde so mit vielen, wichtigen Details in der Betreuung/Hilfe der Senioren vertraut gemacht. Hierbei richtete sich das Augenmerk ganz speziell auf die Demenz im Alter. Frau Reinert: eine stets gern gesehene und geschätzte Mitwirkende in der Seniorenbetreuung.

Ein schmerzliches Ereignis

Als ihre Mutter 2015 starb, dauerte es einige Monate, bis sie wieder die Kraft fand, das Seniorenheim aufzusuchen. Die Erinnerungslast war doch überwältigend.

Der Dienstag mit der Hausgemeinschaft

Heute freut sie sich auf den Dienstag. Dann ist sie für die Hausgemeinschaft da. Luftballonspiele und Fußball im Sitzkreis finden bei den Bewohnern großen Anklang. Frau Reinert bringt die Musik in den Kreis. Gemeinsam singen und musizieren mit kleinen Instrumenten; gerade für die dementen Senioren ist das immer eine große Freude. In gemeinsamen Gesprächen lebt oft die Vergangenheit auf. Und wenn Frau Reinert ein paar Witze zum Besten gibt, freuen sich alle. Frau Reinert sagt: „“Wenn ich dienstags wieder nach Hause gehe, bin ich auf eine ganz bestimmte Art glücklich. Ich sehe und weiß, dass die Bewohner ein wenig Spaß und Ablenkung haben. Sie kennen mich und freuen sich, wenn ich komme. Da gibt es so viel, was man sich gegenseitig geben kann, an Anerkennung, Freundschaft und guten Gefühlen“.

In ihrem Bekanntenkreis gibt es noch 4 weitere ältere Damen, denen sie öfter Gesellschaft leistet. Sie reden und spielen miteinander.

Frau Reinert verbringt viel Zeit mit ehrenamtlichen Aktivitäten. Zurzeit ist sie insofern voll ausgelastet; sie möchte sich aber ggf. weiter engagieren; gerne auch einmal in Schulen oder Kindergärten. Immer wieder versucht sie, im Bekannten- und Freundeskreis neue Ehrenamtliche zu gewinnen.

Ihr Aufruf:  MACHT MIT

Sie meint: „Es gibt so viele, meist Frauen, die durch den Verlust des Ehepartners in Krisen geraten und sich alleine und verlassen fühlen. Ich kann ihnen nur raten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Der Wirkungsbereich ist groß. Soziale, kulturelle Gebiete und vieles mehr.  Es lohnt sich, einmal nachzufragen (z.B. bei Freiwilligenagenturen) und sich beraten zu lassen, was ehrenamtlich alles möglich ist und eine Bereicherung des Lebens sein kann, und zwar für beide Seiten“.