Gerda Kalisch

Gerda KalischName: Gerda Kalisch
Jahrgang: 1933
Ehrenamtliche Tätigkeit: Kindergarten-Oma
Hauptberuf: im Ruhestand

 

 

Gerda Kalisch, 83 Jahre und kein bisschen müde

Als Frau Gerda Kalisch, eine selbstbewusste und aktive Frau, nach dem Tode ihres Mannes entschied, ihr Leben neu zu strukturieren und nach einer sinnvollen Beschäftigung suchte, führte sie ihr Weg vor fast genau 4 Jahren zur SoFrei. Dort ließ sie sich beraten, wo sie sich ehrenamtlich einsetzen könne. Auf den Vorschlag, dies in einem Seniorenheim zu tun, lautete ihre Antwort: „Alt bin ich selber“! Ihr Wunsch war es nämlich, sich mit kleinen Kindern zu beschäftigen. Schließlich hat sie 2 Söhne aufgezogen und 5 Enkelkinder bei ihrem Erwachsenwerden immer wieder begleitet. Und mit Kindern geht sie, seit sie denken kann, gern um. Lächelnd sagt sie: „Kinder sind immer ehrlich“ und „Kinder können mich nicht aufregen, egal wie laut und wild sie sind“. So wurde der Kontakt zwischen Frau Kalisch und dem Kindergarten Lummerland hergestellt. Die Kita liegt fast um die Ecke zu ihrer Wohnung.

Eine Oma von 60 Kindern

Dort ist sie nun schon fast 4 Jahre und gar nicht mehr wegzudenken. Jeden Mittwoch von 14.00h bis 16.00h beschäftigt sie sich mit einzelnen oder mehreren Kindern. Sie spielt drinnen und draußen mit ihnen. Auf das, was die Kinder gerne machen wollen, versucht sie immer einzugehen. Wichtig ist ihr, dass die Kinder Spaß haben und mit- und untereinander spielen und sich verstehen. Denn das Verstehen ist nicht immer so leicht. Es sind ca. 60 Kinder in der Ganztags Kita Lummerland und hiervon haben gut 95% Migrationshintergrund. Da hört man türkisch, chinesisch, albanisch und noch weitere Sprachen und viele Kinder müssen die deutsche Sprache erst erlernen. Umso sensibler muss man das Miteinander gestalten und auch ohne viele Worte manchmal vermitteln und helfen können. Das gelingt in der Kita Lummerland ganz sicherlich, wie man schnell feststellen kann. Die Kinder sind fröhlich und aufgeweckt, die Mitarbeiter engagiert und kompetent. Die  Atmosphäre ist locker und angenehm. Vor allem ist die Freude der Kinder greifbar, wenn sie „ihre Oma“ erblicken und ihr jubelnd entgegen rennen und verschiedentlich in die Arme fallen. Die größeren nennen sie mit Namen, die kleineren sagen einfach und liebevoll Oma zu ihr. Jedoch ist auch der Respekt bemerkbar, den sie sich neben dem Spielen, Toben und miteinander Scherzen und Lachen verschafft hat.

Ihre Aktivitäten und Engagements halten sie jung

Frau Kalisch kennt keine Langeweile. Jeder Tag beinhaltet Aktivitäten für sie. Sie geht tanzen, singen und zum Yoga. Einen Altenkreis besucht sie regelmäßig, und hier ist es ebenfalls für sie selbstverständlich, einmal mit anzupacken, wo es nötig ist, oder ihre Hilfe anzubieten. All ihre Aktivitäten und Engagements und natürlich das Zusammensein mit den Kindern haben sie jung gehalten. Mit festem Schritt und wachem Blick geht die vielseitig interessierte und humorvolle Seniorin durchs Leben.

Doch das Wichtigste für sie sind die Kinder. Sie spürt deren Zuneigung, und wenn die Kinderaugen strahlen, ist auch Frau Kalisch glücklich. Und erlebt sie, dass die Kinder sie vermissen und nach ihr fragen, weil sie einmal aus Urlaubsgründen nicht kommen konnte, dann weiß sie, dass sie alles richtig gemacht hat, und sie hofft, noch lange für „ihre Kinder“ da sein zu können.

Gibt es ein besseres Beispiel für eine gelungene Darstellung des Ehrenamtes? Auf der einen Seite die Ehrenamtlerin, die mit Freude zu den Kindern kommt und neben Spiel und Spaß auch andere Werte vermitteln kann und auf der anderen Seite die Kinder, die sich freuen, wenn ihre Oma kommt und für sie da ist.