Ehrenamtstour.NRW bringt‘s ans Licht: Stadt Solingen erhält negative Bewertungen

Der zweite Tourabschnitt der Ehrenamtstour.NRW bringt es ans Licht: bürgerliches Engagement scheitert durch mangelnde Unterstützung durch die Stadtverwaltung Solingen.

Bürgerschaftliches Engagement findet zu 80 Prozent auf lokaler Ebene statt. Ob in der direkten Nachbarschaft, im Quartier oder im Stadtteil – Menschen sind in ihrem unmittelbaren Umfeld aktiv, denn dort wollen sie etwas verändern, dort wollen sie mitgestalten.

Es ist daher eine originäre Aufgabe von Kommunalpolitik und -verwaltung, den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zur Mitwirkung zu geben.

Die häufige Medienpräsenz von Oberbürgermeister Kurzbach und das Ablichten bei Anwesenheit von Presseterminen der hiesigen Ehrenamts-Organisationen oder die Schirmherrschaft für Ehrenamt in der Kultur reichen bei weitem nicht aus, um die vielen Probleme anzugehen, die ehrenamtliche Arbeit in Solingen zu unterstützen. Ein klarer Apell schwarz auf weiss.

Die Ehrenamtstour.NRW der Landesregierung Nordrhein-Westfalen macht in allen 54 Kreisen und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen halt.

Ziel ist es, Anregungen und Ideen zur Verbesserung der Rahmen-bedingungen für bürgerschaftliches Engagement zu sammeln.

Die Ehrenamtstour.NRW ist ein Baustein zur Erarbeitung der Engagement-strategie für das Land Nordrhein-Westfalen. Durch einen standardisierten Fragenkatalog wurden die Besucher des Alten Marktes durch die versierten Mitarbeiter von Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt in der Düsseldorfer Staatskanzlei, befragt und konnten ihre Bemerkungen und Anregungen äußern.

Am vergangenen Samstagvormittag, den 06.07.2019, machte die Ehrenamtstour in Solingen halt. Gute Rahmenbedingungen auf dem Gelände des Alten Markt versprach nicht nur der geräumige Stand, sondern auch die mitgebrachten Seelen- und Nerventröster in Form von Gummibärchen. Die Damen des Standpersonals waren gewappnet auf viele Gespräche mit Solinger Bürgern, die hier ihre Wochenendeinkäufe machten.

Da blieb es nicht aus, dass auch ein sehr aufgebrachter Bürger gezielte Vorwürfe an die Stadt Solingen, insbesondere Oberbürgermeister Kurzbach, an die Anwesenden richtete.

Zum Glück waren Mitarbeiter der Solinger Freiwilligen Agentur e.V. (kurz: SoFrei) vor Ort und konnten die genannten Fälle aufnehmen und versprachen, diese gezielt zu verfolgen.

Eins ist klar: jetzt sind Politik von SPD, CDU & Co. sowie die Wirtschaftsfirmen Solingens gefragt.

Es gab aber auch erfreuliche Gespräche. So wollte eine Bürgerin schon heute für die Zeit des Ruhestands Kontaktdaten der SoFrei haben, um in drei Jahren als ehrenamtliche Mitarbeiterin die Zeit „der Rente“ sinnvoll zu nutzen.